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Durch die enorm gestiegenen Schülerzahlen seit dem Ende der Taliban-Herrschaft von insgesamt ca. 11.000 auf ca. 20.000 Jungen und 10.000 Mädchen, ist der Bedarf an Klassenräumen sehr groß. Mit Geldern des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), des Auswärtigen Amts, der GTZ Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sowie BINGO! Projektförderung des Landes Schleswig-Holstein sowie Zuwendungen von privaten Spendern, Firmen, Schulen und Kirchengemeinden konnten wir neue Schulgebäude errichten und einige alte Lehmgebäude reparieren.
Nach Abzug der Sowjets hatte die UN Organisation HABITAT einige Schulgebäude errichtet, allerdings von nicht besonders guter Qualität. In den Folgejahren kümmerte sich HABITAT nicht um die Instandhaltung, und die Bevölkerung hatte keine finanziellen Mittel, um die nötigen Arbeiten durchzuführen. Diese Gebäude waren in einem sehr schlechten Zustand als man uns um Hilfe bat. In einigen Fällen konnten die Gebäude noch repariert werden :Der Putz innen und außen wurde erneuert, die Fenster entweder repariert oder völlig neu hergestellt. Nach einem Anstrich waren die Gebäude am Ende kaum von den neu gebauten zu unterscheiden.
Da die Klassenräume nicht ausreichen, werden alle möglichen Gebäude als Schule genutzt: Gebäude mit Löchern statt Fenster, so dass der Wind den Staub in die Gesichter der Kinder bläst. Oder z.B. ein Gebäude, das vor kurzem noch ein Eselstall war. Manche Gebäude sind von Familien zur Nutzung als Schule überlassen worden, weil die Eigentümer aus dem Lande geflohen waren und noch nicht zurückgekehrt sind. In den oftmals kleinen Räumen ist ein guter Unterricht kaum möglich. Da dies alles noch nicht ausreicht, sind neben fast allen regulären Schulen noch Zelte aufgestellt worden, in denen es bei Temperaturen über 40 °C im Sommer unerträglich heiß wird.
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| Jungenschule in Mirabad |
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Die von uns neu gebauten Gebäude haben alle 8 bzw. 10 Klassenräume von 6 x 4 m Größe, ein Lehrerzimmer und einen geräumigen Flur. Werden weitere Klassenräume benötigt, können zusätzliche Gebäude in ähnlicher Weise gebaut werden. Versammlungsräume gibt es nur in zwei Schulen zu mehr hat das Geld bisher noch nicht gereicht. Latrinen werden in separaten Gebäuden auf dem Schulgelände errichtet.
Die Grundstücke für die Schulgebäude werden in der Regel von der Schulbehörde zur Verfügung gestellt. In Einzelfällen haben wohlhabende Privatpersonen Grundstücke für eine Schule gegeben.
Sobald die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sind, werden Mauern um die Schulen gezogen, um Tiere (in den Dörfern) oder Lastwagen (in der Stadt Andkhoi herrscht Durchgangsverkehr für den internationalen Handel mit Turkmenistan und Iran) fernzuhalten. Auf den Schulgeländen haben wir Brunnen und Wasserreservoire für die Trinkwasserversorgung gebaut. Wenn es ausreichend Wasser gibt, wird auch ein Schulgarten angelegt, in dem Mandelbäume, Blumen und Wassermelonen wachsen.
Im August/September 2005 war ein Expertenteam aus Frankreich in Qurghan, um die Bauarbeiter vor Ort im erdbebensicheren, energiekonservierenden Bauen nach von ihnen ausgearbeiteten Plänen einzuweisen. Das erste Gebäude, das mit ihrer Hilfe errichtet wird, hat ein Flachdach. 2006 wird ein weiterer Workshop stattfinden. Dann soll versucht werden, eine Schule mit Kuppeldächern zu errichten. Im Norden Afghanistans haben die Wohnhäuser in den Dörfern alle Kuppeldächer. Das Wissen große Kuppeln zu bauen, wie wir sie für Schulgebäude benötigen, ist allerdings in den langen Jahren des Krieges verloren gegangen.
Die Finanzierung der neuen Schulbauten sowie die Kosten der Experten hat Misereor übernommen. |
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