Land und Leute


  

Andkhoi liegt in der Steppe im Nordwesten Afghanistan in der Provinz Faryab. Das Leben ist äußerst schwierig in dieser Region. Im Sommer steigen die Temperaturen auf über 40 °C. Es kommt zu Sandstürmen. Niederschlag gibt es nur im Winter und Frühjahr. Die Menschen versuchen trotzdem Schafe, Ziegen und Kamele zu halten. Landwirtschaft ist sehr schwierig, Kürbisse und Melonen gedeihen jedoch. Viele Familien knüpfen zu Hause Teppiche. Jedes Familienmitglied muss zum Lebensunterhalt beitragen.

 

In Mazar-e-Sharif haben sich wieder Rückkehrer aus Pakistan und Iran angesiedelt. Wir wurden gebeten, in Neubaugebieten Schulen zu bauen. Hier wächst kaum ein Baum oder Strauch und auch hier ist die Wasserversorgung ein großes Problem.  

 

 

Geografische Lage

Afghanistan grenzt im Westen an Iran und im Süden/Osten an Pakistan. Weitere Nachbarländer sind Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan (im Norden) und China.

Größe des Landes 

652.000 qkm. Zum Vergleich: Deutschland ist 357.000 qkm groß.

  

Flüsse und Seen

Die afghanischen Flüsse sind als Gebirgsflüsse insbesondere im Frühjahr reißend und erosionskräftig.

 

Der Amu-Darja, der im Altertum als Oxus bekannt war, ist Grenzfluss zu Turkmenistan, Usbekistan und Tajikistan.

 

Der Kabul-Fluss fließt nach Osten und mündet in den Indus.

 

Der Helmand und der Hari-Rud kommen aus Zentral-Afghanistan, der Helmand, der längste Fluss des Landes, fließt nach Südwesten, der Hari-Rud nach Westen; beide münden in abflusslose Seen oder Salzsümpfe.

Klima

Das kontinentale Trocken- und Gebirgsklima Afghanistans bringt erhebliche Temperaturschwankungen bis zu 45°C im Sommer (Kandahar in Süden und Mazar-e-Sharif und Andkhoi im Norden) und –20°C bzw. –10°C im Winter. Jalalabad auf etwa 550 m Höhe zeichnet sich durch ein subtropisches Klima aus. Die Extremwerte liegen im Winter in Zentral-Afghanistan bei –50°C, im Sommer in Zaranj, im Südwesten bei +50°C.

  

 

Afghanistan ist ein relativ trockenes Land; die Niederschläge sind spärlich, sie liegen in den Ebenen im Süden, Westen und Norden zwischen 100 und 200 mm im Jahr, im zentralen Bergland bis 400 mm, in den Hochlagen des Hindukusch teilweise bis 1000 mm, aber die langen Sommer sind sehr trocken. Die meisten Niederschläge fallen von Oktober bis April. Nur ganz im Osten gibt es gelegentliche Sommer-Niederschläge durch Monsunausläufer von Indien her. In den Wüsten und den trockenen Ebenen kommt es häufig zu Staubstürmen. Die Schneegrenze liegt im Hindukusch bei etwa 5000 m.

 

Flora und Fauna

Die Vegetation des Landes entspricht ungefähr der Ausbildung der Klimazonen. Die Pflanzenwelt Afghanistans gleicht in den Hochlagen sowohl derjenigen Tibets und der Himalaja-Region als auch derjenigen der Ebenen und Wüsten des irano-turanischen Raums. Die Ebenen ähneln eher dem saharo-sindischen Wüstenraum. Zedern-, Kiefern- und andere Nadelwälder sind auf die Ostabdachung des Hindukusch begrenzt und kommen in Höhen zwischen etwa 2300 m und 3200 m vor, in tieferen Lagen im Osten gibt es einen immergrünen Steineichengürtel (1000 –2300 m). In den übrigen Landesteilen ohne Monsuneinfluss gibt es nur Offenwälder mit Mandeln, Pistazien und Wacholder oder Gebüschfluren. Aufgrund von Rodungen nehmen die Wälder nur noch weniger als drei Prozent der Landesfläche ein. In den oberen Gebirgsgürteln kommen zwischen 2800 m und 3600 m Dornpolster- und Krummholzfluren vor. In den Tieflagen ist die Vegetation sehr offen und wüstenhaft, aber mit zahlreichen Kräutern, Zwiebel- und Knollenpflanzen sowie Zwergsträuchern. Im Frühjahr blühen viele Arten von Wildblumen.  

 

Zu den einheimischen Tierarten gehören Bergschaf, Wolf, Wildkatze, Stachelschwein und Fuchs. Landwirtschaft und Besiedlung haben in den tiefergelegenen Steppen die natürlich vorkommenden Tierarten wie Schakale, Hyänen und Gazellen stark zurückgedrängt. Aber auch im kargen Hochgebirge kommen Braunbär, Steinbock, Marco-Polo-Schaf, Adler, Königshuhn und der Schneeleopard nur noch sehr vereinzelt vor.  

Landwirtschaft und Bodenschätze

Die Nutzung der Landesfläche durch den Ackerbau beträgt ca. 12%. Es handelt sich dabei zumeist um Bewässerungsfeldbau. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Weizen, Hafer, Reis, Gerste und Baumwolle. Die Nomaden, die mit ihren Viehherden durch Afghanistan ziehen, besitzen meist größere Herden an Schafen und Ziegen, außerdem führen sie Pferde, Kamele, Rinder, Esel und Geflügel mit sich. An den Flussläufen wird gefischt.

 

 

Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Neben Erdöl, Erdgas, Kohle und Eisenerz (welches sich auf ein Volumen von 1,7 Mrd. t beläuft und einen Eisengehalt von 62% besitzt) werden auch andere Mineralien wie z.B. Blei, Kupfer, Gold, Zink, Silber, Asbest und Lapislazuli (2.700 t) abgebaut. Außerdem besitzt Afghanistan reichlich Uran, Steinsalz und Steinkohle. Im Norden sind hauptsächlich Erdgaslagerstätten zu finden.

 


Bevölkerung 

Die vorwiegend ländliche Bevölkerung lässt sich vier großen Volksgruppen zuordnen. Den Paschtunen (Afghanen), die sich in die beiden Untergruppen der Durani und der Ghilzai aufspalten lassen, gehören circa 45 Prozent der Gesamtbevölkerung an. Etwa 25 Prozent sind Tadschiken, die iranischer Abstammung sind. Die restliche Bevölkerung zählt zu den Usbeken (neun Prozent), den Hazara (neun Prozent) und anderen.

 

 

 

 

Die Einwohnerzahl beträgt geschätzt 25 bis 30 Millionen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 29 Einwohnern pro Quadratkilometer. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben und arbeiten auf dem Land, annähernd 2,6 Millionen führen das Leben von Nomaden.


Die Hauptstadt Afghanistans ist Kabul mit zur Zeit vielleicht vier oder fünf Millionen Einwohnern. Weitere bedeutende Städte sind die Handelszentren Kandahar und Herat, das für seine vielen alten Moscheen und Paläste bekannt war. Im Norden ist Mazar-e-Sharif wegen der Moschee mit dem Grabmal Alis und als Handelszentrum bekannt.

 

Weiter westlich an der Grenze zu Turkmenistan liegt Andkhoi (ca. 80 000 Einwohner) – eine Handelsstadt schon zu Zeiten der Seidenstraße, von der ein Ausläufer hier vorbeiführt.

Lebenserwartung und Lebensstandard

Die Lebenserwartung liegt bei 46 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 76 Jahren. Besonders hoch ist in Afghanistan die Kindersterblichkeit: Von 1000 Kindern erreichen 257 das fünfte Lebensjahr nicht.

 

 


Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Not und Elend sind durch den lange anhaltenden Krieg und Bürgerkrieg erheblich verschärft worden. Generationen von Kindern haben noch nie eine Schule besucht. Die Analphabetenrate liegt insbesondere in ländlichen Gegenden zwischen 50 bis 90 Prozent.

Zum Vergleich: In Deutschland sind es weniger als fünf Prozent.

 

Sprachen

Paschtu und Persisch (Dari), Untergruppen der iranischen Sprachgruppe, sind die Amtssprachen Afghanistans sowie Usbekisch in Regionen, wo die Bevölkerung mehrheitlich Usbekisch ist.

 

Daneben existiert eine Vielzahl von anderen Sprachen und Dialekten. Englisch wird als Handelssprache und innerhalb der Hilfsorganisationen gebraucht.

 

Von den vielen gesprochenen Sprachen sind die Turksprachen (Turkmenisch, Usbekisch und Kirgisisch) in den Grenzregionen weit verbreitet.

 

 

 

 

Afghanistan-Schulen - Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan e.V. | Info@Afghanistan-Schulen.de