Khosh Amadid           

 

Willkommen  


18. April 2021

 

Anfang April 2021 haben wir Neuigkeiten per E-Mail oder per Post an unsere Spenderinnen und Spender verschickt, und diese auch hier (s. unten) veröffentlicht. Wir hier in Deutschland fühlen uns alle gut über unsere Projekte informiert, weil wir alle zwei Wochen Berichte aus Andkhoi und Mazar-e-Sharif erhalten.

Die Entscheidung der NATO, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen, d.h. eigentlich die Entscheidung der USA, der alle anderen NATO-Mitgliedsstaaten gefolgt sind, war uns allerdings bei Abfassung unseres Berichts noch nicht bekannt.

Nun erreichen uns Anfragen von besorgten Unterstützern, die uns fragen, ob wir unsere Projekte werden fortführen können. Unsere Antwort lautet: Ja.

Wir haben gute Mitarbeitende in Afghanistan, mit denen wir seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir werden - genauso wie es auch Außenminister Maas für Deutschland angekündigt hat - unsere entwicklungspolitische Arbeit fortsetzen. Auch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung plant weitere finanzielle Unterstützung für Afghanistan.

 

Seit Abzug der Sowjettruppen 1988/1989 sind wir in Afghanistan tätig. Besondere finanzielle Unterstützung erhielten wir nach dem Ende der Taliban-Herrschaft, also seit 20 Jahren. Wir werden die Menschen, die auf uns zählen, auch jetzt nicht in Stich lassen und unsere wichtige Arbeit so gut wie möglich fortsetzen.

Das bedeutet für uns hier in Deutschland, dass wir Projektberichte und –anträge schreiben, dass wir in Videokonferenzen die Projekte besprechen hier im Vorstand und mit den Kollegen und Kolleginnen in Afghanistan, Projektmittel z.B. von Misereor oder dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung anfordern und nach Afghanistan überweisen, dass wir mit Spendern und Spenderinnen über unsere Projekte sprechen.

 

Selbstverständlich wissen auch wir nicht, was die Zukunft bringen wird, und natürlich sind wir alle besorgt. Zurzeit haben wir viele Fragen und nicht so viele Antworten, aber wir wissen, dass unsere Hilfe weiterhin dringend erforderlich ist und sind guten Mutes, dass dies auch weiter möglich ist. Unsere beiden Projektpartner beschäftigen rund 130 Personen. Die von uns beauftragten Bauunternehmen jeweils ca. 40 Personen. In der Ziegel- oder Fensterherstellung sind viele Menschen beschäftigt. Tischler sind damit beschäftigt, Schulmöbel herzustellen. Tausende von Jungen und Mädchen lernen besser, weil es uns gibt. Grund genug weiterzumachen.

 

Kontoinhaber: Afghanistan-Schulen

Bank: Hamburger Sparkasse

IBAN: DE37 2005 0550 1008 2258 05


April 2021

 

NEUIGKEITEN VON UNSEREN PROJEKTEN IN AFGHANISTAN - APRIL 2021

 

Leider konnten wir 2020 nicht selbst nach Afghanistan reisen. Wir hoffen aber, dass persönliche Begegnungen nach dem Ende der Pandemie wieder möglich sind. Von unseren Projektpartner VUSAF und OASE erhalten wir 14-tätig ausführliche Berichte mit Fotos. Außerdem stehen wir mit unseren Projektleiter*innen in engem Kontakt per Email und Videokonferenzen.

 

Die schlechten Nachrichten vorweg: Die Anschläge durch die Taliban haben seit dem Abkommen zwischen Trump und Taliban massiv zugenommen. Die wirtschaftliche Lage vor allem für die vielen Binnenflüchtlinge ist sehr schlecht – viele hungern. Kriminelle Geldbeschaffung durch Entführungen, Erpressungen oder Raub vor allem in den Städten nimmt zu. Corona spielt für viele Afghanen bei dieser Sicherheitslage eine untergeordnete Rolle.

 

ZUNÄCHST EINMAL DIE FRAUENPROJEKTE: 

 

 

Im Herbst 2020 wurden die Taliban aus den beiden Bezirken Qaramqul und Qurghan von der Nationalarmee vertrieben. Seit Mitte 2019 war unser Frauenzentrum in Baghebustan geschlossen, und auch die Mädchen konnten nicht in ihre Schulen gehen. Jetzt besuchen die Mädchen überall wieder die Schulen. In Baghebustan lernen junge Frauen Nähen, Lesen, Schreiben und Rechnen. Viele Besucherinnen sind begeistert von den Möglichkeiten, sich hier zu treffen, Kleidung zu bestellen oder an den Vorträgen teilzunehmen. 

 

 

Das Frauenzentrum in Khancharbagh ist ebenfalls sehr gut angelaufen.

Auch hier lernen die jungen Frauen mit großem Interesse. Ihre Dari-Lehrerin

hat mit ihnen einen Briefaustausch zwischen den Frauenzentren in Andkhoi

und Qurghan begonnen. 

 

 

Im Frauenzentrum Andkhoi werden Workshops und Feste organisiert, die manchmal auch im großen Versammlungsraum des Ausbildungs-zentrums nebenan stattfinden, wie das Fest zum Internationalen Frauentag. Viele Frauen kommen von weither, um hier Fitness zu betreiben – oder auch um bei einem Gläschen Milch aus dem Kiosk im Haus ein Schwätzchen zu halten.

 

AUCH VOM AUSBILDUNGSZENTRUM GIBT ES GUTE NEUIGKEITEN:

 

 

Nachdem die Schulen und unsere Kurse Anfang 2020 wegen Corona geschlossen wurden, hatten die Lehrkräfte bald schon hunderte von Videos erstellt, vor allem für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Über das örtliche Fernsehprogramm, Facebook und YouTube konnten die Jugendlichen dem Unterricht folgen. Seit Herbst laufen alle Kurse wieder in normaler Stärke. Von 130 Teilnehmenden der Vorbereitungskurse für die Universitätszulassung bestanden 100 die Prüfung, teilweise mit herausragenden Ergebnissen! Rund 1300 Jugendliche nehmen an den verschiedenen Kursen im Ausbildungszentrum teil, von der 7. bis zur 12. Klasse für alle Hauptfächer und Ökologie, plus Kurse für Englisch und Computer.

 

HILFE FÜR DIE STAATLICHEN SCHULEN:  

 

Am pädagogischen Institut und an 12 Schulen in Andkhoi und Umgebung ist ein so genanntes WASH-Projekt (Wasser, Sanitärinstallationen, Hygiene) angelaufen: Die Sanitäranlagen und die Wasserversorgung werden verbessert; Hygieneschulungen werden durchgeführt und die Schulentwicklungsräte beraten, wie sie ihre Schulen gemeinsam mit der Schulleitung, den Lehrkräften, den Schüler*innen, Eltern und Dorfältesten verbessern können. Handwerker werden ausgebildet, damit sie kleine Reparaturen selbstständig ausführen können.

 

Viele Schulen benötigen wieder neue Schulmöbel oder Reparaturen.

 

Hunderte Bäumchen wurden auf den Schulhöfen gepflanzt, für die viele Spenden auf unserem Konto eingegangen sind. DANKE! Jedes Bäumchen hilft gegen die zunehmende Ausbreitung der Wüste.

 

 

Im Herbst 2020 waren erneut viele Menschen aus den Dörfern in die Stadt Andkhoi geflohen. Nach der Rückkehr in ihre Dörfer fanden sich einige Familien ohne Einkünfte vor ihren zerstörten Lehmhäusern wieder - den Winter vor der Tür. VUSAF half mit zweimaliger Verteilung von Lebensmitteln, Decken und anderem für insgesamt 400 Familien in Not.

 

In Mazar-e-Sharif konnte unser Projektpartner OASE alle geplanten Projekte gut durchführen:

 

 

Auch hier wurden große Lebensmittelverteilungen in zwei Lagern für Binnenvertriebene organisiert. Im Camp Ferdawsi, wo viele Familien in Zelten auf ihnen zugeteilten Grundstücken provisorisch leben, werden wir in den kommenden Wochen eine kleine Schule für die 1.bis 3. Klassen bauen, damit die Kinder wenigstens ein bisschen Abwechslung haben und etwas lernen. Die älteren Kinder können hoffentlich ab Frühjahr eine Schule in größerer Entfernung besuchen.

 

 

Die Zeit des Online-Unterrichts ist auch in Mazar mit den Winterferien zu Ende gegangen. Unsere Englisch- und Computerkurse konnten in den Ferien wieder stattfinden. Mit Nawroz, dem Neujahrsbeginn in Afghanistan, werden die Schulen normal wieder öffnen.

 

 

Schulleitungen und die Mitglieder der Schulentwicklungsräte waren in den letzten Monaten aktiv in Fortbildungen eingebunden, die wir im Rahmen eines Projekts zur Kapazitätserweiterung an Schulen anboten. Sie haben einen Schulentwicklungsplans und ein Leitbild erarbeitet. Ein Netzwerk mit anderen Schulen wurde aufgebaut.

 

 

Mehrere Schulen bekamen im Rahmen dieses Projektes ein Zusatzgebäude mit zwei großen Räumen für ein Schullabor für den naturwissenschaftlichen Unterricht und oder eine Bücherei. Eine weitere Schule erhielt vier große Räume. Diese Bauten konnten trotz Pandemie fertiggestellt werden. Zwei große Gebäude für die Imam Hussain Schule (ein Gebäude mit 16 Klassenräumen und 6 Funktionsräumen und eins mit 6 Klassen) werden in diesem Sommer fertig. Die Kinder können es kaum abwarten, endlich in ordentlichen Klassenräumen zu lernen.

 

Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der immer professioneller werdenden Arbeit unserer Projektpartner in Afghanistan und mit ihrem unermüdlichen Einsatz für Bildung und Frieden! Aber wir alle wissen natürlich auch, dass wir ohne Sie, die vielen Spender*innen hier in Deutschland, ohne die öffentlichen Fördergelder von BMZ, Misereor und weiteren Organisationen, nichts von alledem hätten schaffen können.

 

 

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS AUCH WEITERHIN!

 

Eine gut ausgebildete Jugend ist auch in Afghanistan der Garant für eine friedliche Zukunft mit einer aufblühenden Wirtschaft. Diese Jugend und die in ihren Rechten gestärkten jungen Frauen, werden ein Wiedererstarken der Taliban nicht zulassen. 

 

 

 

Spendenkonto: Afghanistan-Schulen e.V.,

Ethikbank, IBAN DE71 8309 4495 0103 0410 50 (GENODEF1ETK)

 


 

Wollen Sie uns etwas besser kennenlernen? Dann nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit und kommen Sie mit auf eine virtuelle Reise zu unseren Projekten in Afghanistan.

 

https://www.youtube.com/watch?v=z5hLjpdqLHA&feature=youtu.be  

 


  

Ein kurzer Schritt zu weiteren Informationen: 

 

Afghanistan-Schulen - Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan e.V. | Info(at)Afghanistan-Schulen.de