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Geografische Lage
Afghanistan grenzt im Westen an Iran und im Süden/Osten an Pakistan. Weitere Nachbarländer sind Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan (im Norden) und China
Größe des Landes
652.000 qkm. Zum Vergleich: Deutschland ist 357.000 qkm groß.
Flüsse und Seen
Die afghanischen Flüsse sind als Gebirgsflüsse reißend und erosionskräftig. Der Amu-Darja, der im Altertum als Oxus bekannt war, ist Grenzfluss zu Turkmenistan, Usbekistan und Tajikistan. Der Kabul-Fluss fließt nach Osten und mündet in den Indus. Der Hilmend und der Hari-Rud kommen aus Zentral-Afghanistan, der Hilmend, der längste Fluss des Landes, fließt nach Südwesten, der Hari-Rud nach Westen; beide münden in abflusslose Seen oder Salzsümpfe.
Klima
Das kontinentale Trocken- und Gebirgsklima Afghanistans bringt erhebliche Temperaturschwankungen bis zu 40°C im Sommer (Kabul und Kandahar) und –20°C bzw. –10°C (Kandahar) im Winter. Jalalabad auf etwa 550 m Höhe zeichnet sich durch ein subtropisches Klima aus. Die Extremwerte liegen im Winter in Zentral-Afghanistan bei –50°C, im Sommer in Zaranj, im Südwesten bei +50°C. Afghanistan ist ein relativ trockenes Land; die Niederschläge sind spärlich, sie liegen in den Ebenen im Süden, Westen und Norden zwischen 100 und 200 m im Jahr, im zentralen Bergland bis 400 mm, in den Hochlagen des Hindukusch teilweise bis 1000 mm, aber die langen Sommer sind sehr trocken. Die meisten Niederschläge fallen von Oktober bis April. Nur ganz im Osten gibt es gelegentliche Sommer-Niederschläge durch Monsunausläufer von Indien her. In den Wüsten und den trockenen Ebenen kommt es häufig zu Staubstürmen.
Die Schneegrenze liegt im Hindukusch bei etwa 5000 m.
Flora und Fauna
Die Vegetation des Landes entspricht ungefähr der Ausbildung der Klimazonen. Die Pflanzenwelt Afghanistans gleicht in den Hochlagen sowohl derjenigen Tibets und der Himalaja-Region als auch derjenigen der Ebenen und Wüsten des Irano-Turanischen Raums. Die Ebenen ähneln eher dem saharo-sindischen Wüstenraum. Zedern-, Kiefern- und andere Nadelwälder sind auf die Ostabdachung des Hindukusch begrenzt und kommen in Höhen zwischen etwa 2300 m und 3200 m vor, in tieferen Lagen im Osten gibt es einen immergrünen Steineichengürtel (1000 –2300 m). In den übrigen Landesteilen ohne Monsuneinfluss gibt es nur Offenwälder mit Mandeln, Pistazien und Wacholder oder Gebüschfluren. Aufgrund von Rodungen nehmen die Wälder nur noch weniger als drei Prozent der Landesfläche ein. In den oberen Gebirgsgürteln kommen zwischen 2800 m und 3600 m Dornpolster- und Krummholzfluren vor. In den Tieflagen ist die Vegetation sehr offen und wüstenhaft, aber mit zahlreichen Kräutern, Zwiebel- und Knollenpflanzen sowie Zwergsträuchern. Im Frühjahr blühen viele Arten von Wildblumen.
Zu den einheimischen Tierarten gehören Bergschaf, Wolf, Wildkatze, Stachelschwein und Fuchs. Landwirtschaft und Besiedlung haben in den tiefergelegenen Steppen die natürlich vorkommenden Tierarten wie Schakale, Hyänen und Gazellen stark zurückgedrängt. Aber auch im kargen Hochgebirge kommen Braunbär, Steinbock, Marco-Polo-Schaf, Adler, Königshuhn und der Schneeleopard nur noch sehr vereinzelt vor.
Landwirtschaft und Bodenschätze
Die Nutzung der Landesfläche durch den Ackerbau beträgt ca. 12%. Es handelt sich dabei zumeist um Bewässerungsfeldbau. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Weizen, Hafer, Reis, Gerste und Baumwolle. Die Nomaden, die mit ihren Viehherden durch Afghanistan ziehen, besitzen meist größere Herden an Schafen und Ziegen, außerdem führen sie Pferde, Kamele, Rinder, Esel und Geflügel mit sich. An den Flussläufen wird gefischt.
Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Neben Erdöl, Erdgas, Kohle und Eisenerz (welches sich auf ein Volumen von 1,7 Mrd. t beläuft und einen Eisengehalt von 62% besitzt) werden auch andere Mineralien wie, z.B. Blei, Kupfer, Gold, Zink, Silber, Asbest und Lapislazuli (2.700 t) abgebaut. Außerdem besitzt Afghanistan reichlich Uran, Steinsalz und Steinkohle. Im Norden sind hauptsächlich Erdgaslagerstätten zu finden.
Bevölkerung
Die vorwiegend ländliche Bevölkerung lässt sich in vier großen Volksgruppen zuteilen. Den Paschtunen (Afghanen), die sich in die beiden Untergruppen der Durani und der Ghilzai aufspalten lassen, gehören circa 50 Prozent der Gesamtbevölkerung an. Etwa 25 Prozent sind Tadschiken, die iranischer Abstammung sind. Die restliche Bevölkerung zählt zu den Usbeken (neun Prozent) und den Hazara (neun Prozent).
Die Einwohnerzahl beträgt nach verschiedenen Schätzungen 18 bis 25 Millionen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 29 Einwohnern pro Quadratkilometer. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben und arbeiten auf dem Land, annähernd 2,6 Millionen führen das Leben von Nomaden.
Die Hauptstadt Afghanistans ist Kabul mit zur Zeit weit über zwei Millionen Einwohnern. Weitere bedeutende Städte sind die Handelszentren Kandahar (230 000 Einwohner) und Herat (180 000 Einwohner), das für seine vielen alten Moscheen und Paläste bekannt ist. Im Norden ist Mazar-e-Sharif (ca. 130 000 Einwohner) wegen der Moschee mit dem Grabmal Alis und als Handelszentrum für die ehemaligen Sowjetrepubliken bekannt. Weiter westlich an der Grenze zu Turkmenistan liegt Ankhoi (ca. 80 000 Einwohner) eine Handelsstadt schon zu Zeiten der hier durchführenden Seidenstraße.
Lebenserwartung
46 Jahre. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 76 Jahren. Besonders hoch ist in Afghanistan die Kindersterblichkeit: Von 1000 Kindern erreichen 257 das fünfte Lebensjahr nicht.
Lebensstandard
Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Not und Elend sind durch über 20 Jahre Krieg und Kämpfe erheblich verschärft worden. Ganze Generationen von Kindern haben noch nie eine Schule besucht. Die Analphabetenrate liegt nach Schätzungen bei 70 bis 90 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind es weniger als fünf Prozent.
Sprache
Paschto und Persisch (Dari), Untergruppen der iranischen Sprachgruppe, sind die Amtssprachen Afghanistans. Daneben existiert eine Vielzahl von anderen Sprachen und Dialekten. Englisch wird als Handelssprache gebraucht. Von den vielen gesprochenen Sprachen sind die Turksprachen (Turkmenisch, Usbekisch und Kirgisisch) in den Grenzregionen am weitesten verbreitet
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